Reisen

Chorreise mit Auftritt im Ost-Erzgebirge
Ein Wochenende im schönen Ort Freital bei Meißen

Bericht von Martina Müller 30. April 2017

Seit dem Jahre 2010, haben wir einen Partnerchor in Freital – Deuben. (www.musikverein-freital.de). Naheliegend, dieser musikalischen Beziehung - im „verflixten 7. Jahr“ –  durch Bekräftigung der freundschaftlichen Bande, Dauerhaftes zu verleihen.
Welch göttliche Fügung, dass am Sonntag, 30. April 2017, ein Chortreffen vom OST-Sächsischen-Verband geplant war, dessen organisatorische Betreuung in den Händen „unserer“ Sangesfreunde lag.  Wir wurden eingeladen, als Gast- und Partnerchor dabei zu sein!!! Logisch, dass hier ein Gegend- und Sehenswürdigkeiten-Besichtigungs- Samstag vorangeschaltet werden musste. Unsere Wahl fiel auf die Meißener Porzellan-Manufaktur  und ihrem Gründungshaus, der Albrechtsburg. (Zum Glück alles wasserdicht überdacht. Denn der Wettermacher war in typischer Aprillaune und trieb voller Spaß, seinen umtriebigen Schabernack. Eine Busreise, setzt selbigen voraus. Zuzüglich jemanden, der ihn sicher zu lenken vermag.
Meissen

Die Reisegruppe der Chorgemeinschaft Halberstadt in der Manufaktur Meissen nach einer hervorragend informativer Führung durch die Geschichte des Meissner Porzellans.


Mit  dem Fahrer namens FALKO von einem regional ansässigen Unternehmen, hatten wir echt das große Los gezogen. Er vermochte es zudem, in heiterer, wortgewandter Art, den Bogen von Beginn bis zum Ende der Reise treffsicher zu spannen, fand in jeder Situation die richtigen Worte, organisierte, bediente, pflegte seinen Bus, fuhr meisterhaft durch das Straßennetz, besiegte knifflige Pfade, „ertrug“ geduldig unsere ausgelassene Sangesstimmung, warf witzige Bemerkungen (à la Jürgen von Manger) sowie humorvolle  Monologe zu uns Insassen.
Hatten wir, früh um 06:00 Uhr, ziemlich aufgekratzt den Bus am Burchardi Kloster in Halberstadt bestiegen, so machte sich jetzt, 10 Stunden später, Sehnsucht nach einer Ruhephase im Quartier bemerkbar. Das wurde dann auch AM BACKOFENFELSEN (Heißt so, wegen nebenher vorhandenen, 100 Meter hohen Felsen mit backofenähnlichen Einschüben.)  dankbar bezogen. Alle Lebensgeister waren wieder frisch, als wir zum Tagesabschluss und eigentlichen Sinn unserer Tour, aufbrachen.
Im Pfarrhaus zur Katholischen Kirche „St. Jacobi“ in Freital – Deuben, fand dann ENDLICH das herzliche Aufeinandertreffen beider Chöre statt.
Megalange Abendbrotstafeln waren auf das Festlichste und Liebevollste hergerichtet. Bunte, selbstgebastelte Vögelchen setzten frühlingsfrohe Akzente. Ein wahrhaft einladender Anblick!

Nach der Begrüßung durch die Chorleiterin Frau Diana Seifert und den offiziellen Worten der Vereinsvorsitzenden, Frau Gabriele Gottlebe, gab es dann auch kein Halten mehr. Das, appetitlich anmutende, reichhaltige Büfett war eröffnet und wurde eifrig „geplündert“.
Klug eingefädelt, saßen sich an den Tischen Freitaler und Halberstädter gegenüber. So konnten (unkompliziert) bilaterale Gespräche entstehen. Der Geräuschkulisse nach zu urteilen, wurde davon auch intensivst Gebrauch gemacht.

Natürlich kam  auch die Musik, sprich: Der Gesang zu seinem gebührenden Recht. (Der Freitaler Chor in Aktion)

Freital_Chor

Hatten wir mit einem gemeinsamen Lied („Alle Vögel sind schon da“) den Abend – noch vor dem Büfett - eingeläutet, so zeigte jetzt abwechselnd jede Seite, ihren Liedgut- und Talenteschatz.
Es entspann sich eine lockere, kurzweilige Wiederkennlern-Atmosphäre, die Allen (selbst den umher tollenden Kindern) gleichsam Freude bereitete und uns, kurz vor Mitternacht, selig in der Unterkunft “AM BACKOFENFELSEN” einschlum-mern ließ.

Prall gefüllte Frühstücksbäuche, sichtlich zufrieden,  kutschierten am nächsten Morgen nach  SCHLOSS BURGK. Relativ klein, aber Oho (!), präsentierte sich uns das Anwesen, welches die „Städtischen Sammlungen zur Bergbau-, Regional- und Dresdner Kunstgeschichte“ beherbergt.
Was gestern grau in grau war, hatte über Nacht den Anstrich gleißenden Sonnenscheins erfahren. Keine einzige Wolke am Himmel! Nur das Weiß der Kondensstreifen vom Flugzeugverkehr, durchkreuzte seine azurne Herrlichkeit.
Wir konnten es wagen, im Schlosshof eine angedeutete Generalprobe zu vollführen. Belauscht von einer Abordnung der Gastgeber, die uns bereits am Tag zuvor auf dem Parkplatz der Albrechtsburg mit einem Becherchen roten Johannisbeer-Likör Willkommen hieß. Nunmehr sorgte sie dafür, dass wir im Freizeitzentrum „Hains“ pünktlich zum Einsingen sämtlicher, an der Groß-Veranstaltung beteiligter, Chöre eintrafen.

Freital1

Freital2

Müßig, den Verlauf des Events zu beschreiben. Es verlief alles glatt. Die Kooperation zeigte sich intakt (und war „im Takt“). Erleichterung auf der ganzen Linie. Inniges Umarmen und wildes Abschiedswinken HIN  zum und AUS dem Bus. Ein letzter, vergnüglicher Huper.  Die Heimfahrt begann.

HexenPausieren ist Pflicht. Wieso aber, durfte keiner – nach dem Genuss von Würstchen und Kaffee –  gleich auf seinen  Sitzplatz zurückkehren???
Plötzlich erschallte es lautstark aus einer Kehle: „Hexensabbat!!!!!!“ Ach, ja ... Walpurgisnacht!
Eine gruselige Überraschung unseres Orga-Teams. Hexen und Hexer quollen, schreckeneinheischend,  aus dem Gefährt und verteilten „Mädchenbrause“.
Doch damit nicht genug.
Dem nahenden Busreise-Ende fehlte noch die sprichwörtliche Krone: Ein spezieller Dankes-„Kanon“ für Busfahrer FALKO!
(Dieser kam ahnungslos um die Ecke und kam nicht umhin, sich gefälligst über das inbrünstige Getön zu freuen ...)
Wenig später, stob ein gut gelaunter Menschenhaufen, am wieder erlangten Ausgangspunkt der Fahrt im Buchardikloster, samt Gepäck - zu den wartenden Privatautos.
„Bis zur Probe, am Donnerstag!“  war der allgemeine, kreuz und quer über den dämmrigen Klosterhof zu hörende, sorgenfrei klingende, Trennungsruf.

 

 

 

 

Singen verbindet
Musik kennt keine Grenzen

Das Orgateam v.r. Kathrin Oye &  Jos Leirs                                                                                                  14.05.2015

OrgateamEin bisschen müde, aber mit vielen Eindrücken und tollen Erlebnissen im Gepäck kehrten die Sänger und Sängerinnen der Chorgemeinschaft am Sonntag nach Christi Himmelfahrt von einer Chorreise aus dem belgischen Genk zurück in ihre Heimatstadt.

Anlässlich des 130. Chorjubiläums waren 25 Sangesfreunde über die Feiertage Gäste im belgischen Ort Genk. Dort trafen sie sich mit den Sänger und Sängerinnen des befreundeten Chores Cantus Vocum. Der Chor war vor zwei Jahren im April 2013 Gast in unserer Domstadt. Unter dem Motto „Völker rückt einander näher" gaben die Chorgemeinschaft Halberstadt und der Chor Cantus Vocum unter der Schirmherrschaft vom ehemaligen Europaabgeordneten Dr. Horst Schnellhardt ein gemeinsames Konzert in der zu dieser Zeit noch sehr kalten Liebfrauenkirche.
Im Anschluss erwärmten sich die Herzen beider Chöre bei einem geselligen Abend in der Aula der GS Goethe. Als gute Freunde trennten sich damals nach 5 Tagen Aufenthalt und tollen Erlebnissen beide Chöre. Es stand sofort fest „Wir fahren gern zum Gegenbesuch nach Belgien".

Zwei Jahre sollte es dauern, bis die Sänger und Sängerinnen sich im belgischen Ort Genk wieder in die Arme schließen konnten. Schon früh am Morgen gegen 6 Uhr fuhr der Bus los. In Genk angekommen, erwarteten uns in der Unterkunft ein herzlicher Empfang durch einige Chorfreunde und eine leckere, warme Suppe. Nach kurzer Pause ging es auf eine Stadtrundfahrt durch Genk, ca. 60.000 Einwohner in der Provinz Limburg, die bekannt durch ihren Bergbau war. Wir besichtigten eine der stillgelegten Zechen. Durch eine Sängerin und einen Sänger des belgischen Chores wurden wir geführt und erfuhren viel Wissenswertes zur Geschichte der Stadt und ihren Bergbau.
Bei der Rückkehr erwartete den Chor ein tolles, reichhaltiges Barbecue, welches der Chor Cantus Vocum vorbereitet hatte. Nach dem Essen wurden in persönlichen Gesprächen Erinnerungen an den Besuch 2013 in Halberstadt ausgetauscht und beim Sängerstreit beider Chöre brannten die Herzen.
Natürlich fuhr die Chorgemeinschaft nicht ohne Geschenke. Hübsch bestickte Handtücher mit der Silhouette Halberstadts wechselten ihren Besitzer. Einige Chorfreunde hatten einen sehr lustigen Tanz einstudiert, den sie dort unter dem Gelächter aller vorführten.

Nach einem so langen Tag war am anderen Morgen aber Ausschlafen nicht angesagt. Nach dem Frühstück mit frischen Brötchen, welche uns von einem Chormitglied geliefert wurden, ging es 8.15 Uhr schon in die Diamantenstadt Antwerpen. Dort ging es mit einer kleinen Bimmelbahn durch die schmalen Straßen der Altstadt. Endstation war der Große Markt an der großen KathedraleBE1.

Anschließend ging es zu Fuß weiter durch die Stadt. In der Mittagspause hatten alle die Gelegenheit die berühmten belgischen Waffel oder Pommes zu kosten oder beim Kaffee die verführerischen Pralinen zu vernaschen. Wer Lust hatte, konnte auch einen Spaziergang unter der Schelde auf die andere Seite der Stadt machen. Ein besonderes Schmankerl war die Besichtigung der Sankt Pauluskirche. Sie beherbergt unzählige Gemälde von Rubens, von Dyck und anderen Kulturschätzen. Kein Wunder, dass der Kirchenführer die Zeit vergaß. Wenn wir ihn nicht höflich unterbrochen hätten, er hätte uns wohl noch Stunden über „Seine Kirche" erzählt. Fast fehlte uns am Abend die Kraft, für die noch anstehende Chorprobe in Vorbereitung auf das gemeinsame Konzert.
Samstag fuhren wir wieder in Begleitung einiger belgischer Chorfreunde in eine der ältesten Städte Belgiens, in das von Römern gegründete Tongeren. Mit sehr viel Freude und Leidenschaft führte uns der Stadtführer durch die Stadt, vorbei an einer riesigen Statue des berühmtesten Einwohners von Tongeren im Jahr 54 vor Christus, Ambiorix, einem tapferen Gallier. Jeder dachte wohl sofort an die Figuren Asterix, die Ähnlichkeit war nicht zu übersehen.

Nach der Rückkehr ins Quartier hieß es kurz frisch machen, ab mit dem Bus zur Stellprobe in die Konzertkirche von Genk, zurück zum Abendessen und schon ging es wieder zur Kirche zurück. Die Sänger und Sängerinnen unseres Chores wurden auf das Herzlichste durch den Kulturbeauftragten der Stadt Genk mit einem Geschenk begrüßt. Unter dem Motto „Frühling" erklangen zwei sehr unterschiedliche Liedprogramme. Sprachunterschiede spielten hier keine Rolle. Musik kennt keine Grenzen. Höhepunkt des Konzertes war die Aufführung einer chilenischen Friedenshymne „ El himno de la paz". Im Wechsel wurden die Strophen von beiden Chören gesungen. Unsere belgischen Freunde sangen spanisch und wir deutsch. Einer unserer Sänger hatte extra einen deutschen Text verfasst. Der Refrain wurde gemeinsam von beiden Chören gesungen, ein Gänsehaut - Erlebnis pur - sowohl für die Zuhörer als auch für uns Sänger.                                                                                 

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Unsere Dirigenten, Frau Kerstin Kwoizalla, Chorgemeinschaft Halberstadt, und Herr Jan Gabriels, Cantus Vocum Genk, gaben abwechselnd den Takt an.
Im Anschluss danach war die Chorgemeinschaft abermals Gast des belgischen Chores. Sie hatten noch ein reichhaltiges Abendessen organisiert. Bei ausgelassenen Stimmung und einem Glas Wein wurde gemeinsam gesungen und viel gelacht. Die Sänger und Sängerinnen rückten wieder ein Stück näher zusammen. Man hatte den Eindruck, sich schon sehr viele Jahre zu kennen. Am nächsten Morgen flossen hier und da doch einige Tränen beim Abschied, zu dem viele belgische Chorfreunde gekommen waren.
Wir danken dem belgischen Chor für seine große Gastfreundschaft. (Bilder sieht man hier)
Eines ist sicher, es wird ein Wiedersehen geben, hier in unserer Domstadt Halberstadt und dann werden wir ebenso tolle Gastgeber sein. Darauf freuen sich die Sänger und Sängerinnen der Chorgemeinschaft Halberstadt
schon heute und ganz besonders  Kathrin Oye.                                                                                        

 

 

Fachkundigen Jury bewertet Chorgemeinschaft
Chorreise mit Bildungscharakter

Chornaum

Am 21. /22. Mai wurde das alle 2 Jahre stattfindende Landes-Chorfest in Naumburg gefeiert.
Unter dem Motto „ Jeder kann Mitsingen“ luden zahlreiche Veranstaltungen des Landesmusikrates Sachsen- Anhalt dazu ein.

Halberstadt, 25. Mai 2016 Kathrin Oye
Das Landes-Chorfest ist zwar kein Wettbewerb im eigentlichen Sinne, gibt aber allen Chören mit dem Singen vor einer fachkundigen Jury die Möglichkeit, eine typische Wettbewerbssituation zu simulieren.
Jedem Chor wurde dazu die Möglichkeit gegeben, sich als Chor in verschiedenen Leistungsstufen kategorisieren zu lassen. Die erreichte Stufe wird mit einer Urkunde zertifiziert. Diese Urkunde hat eine Gültigkeit von 4 Jahren. Im abschließenden Beratungsgespräch wurden dem Chorleiter Hinweise gegeben, wie er die Qualität des Chorgesanges seines Chores verbessern kann.

Es gab auch die Möglichkeit einer Teilnahme am Wertungssingen ohne Einstufung mit anschließendem Beratungsgespräch oder dem Singen auf einer der Bühnen der Stadt. Insgesamt nahmen über eintausend Sängerinnen und Sänger in 36 Chören unterschiedlicher Besetzung und Prägung teil.

Auf der Abschlussveranstaltung am Abend im Naumburger Dom wurden den Teilnehmern des Wertungssingens die Urkunden  übergeben und jeder Chor durfte nochmals 1 bis 2 Stücke aus seinem Programm vortragen. Die Chorgemeinschaft Halberstadt nahm bereits zum 2.  Mal am Landeschorfestes teil und konnte das Prädikat „Mittelstufe- gut“, dass sie schon vor 4 Jahren erhielten, verteidigen. Darauf sind wir sehr stolz, hat sich doch der Chor in den letzten Jahren stark verjüngt. Die Jury bestätigte Frau Kwoizalla, der Chorleiterin des Chores, dass sie auf dem richtigen Weg ist und keine Angst vor dem Aussterben des Chores bangen muss. .
Bedauerlicherweise scheuen sich die „Volkschöre“  davor an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Im Gegensatz dazu nutzen zahlreiche  Spitzenchöre des Landes die Gelegenheit sich bewerten zu lassen. Wir waren also in guter Gesellschaft.
Domvisit

Der Chor nutzte das Chorfest gleichzeitig als Chorreise, die selbstverständlich eine Führung durch den Naumburger Dom einschloss. Zeit für die Besichtigung der Stadt fanden die Sänger und Sängerinnen ebenfalls, außerdem lauschten sie anderen Chören.

Obwohl der Bus am Samstagmorgen schon um 6.30 Uhr mit 33 Sänger und Sängerinnen, sowie fördernden Mitgliedern  von Halberstadt losfuhr, fanden alle noch die Kraft und feierten in Quartier in Bad Sulza ausgiebig ihren Erfolg.
 

Am Sonntag besichtigten wir vormittags die Neuenburg bei Freyburg.

 

 

Eine Führung durch die Rotkäppchen- Sektkellerei mit anschließender Sektverkostung, die sehr fröhlich war  und bei der viel gesungen wurde, bildete den krönenden Abschluss eines tollen erfolgreichen Wochenendes. Dieses Wochenende wird wohl allen Sängern und Sängerinnen noch lange in toller Erinnerung bleiben.

Sekt

Herzlichen Dank unserer Busfahrerin Jana von Müller- Busreisen Harsleben, dass sie uns sicher durch das Land der Burgen zwischen Saale und Unstrut chauffiert hat und der Harzsparkasse für die finanzielle Unterstützung.

pelogo
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